German
English
French

Wie geht der Krieg in den verschiedenen Heimaten zu Ende?

Wie ein Krieg zu Ende geht oder:

Kriegsende in …

… Leverkusen, Bracknell, Jülich, Ljubljana, Ratibor, Schwedt und Villeneuve d’Ascq.

Bis auf Jülich sind das Partnerstädte Leverkusens und Heimatstädte von Menschen, die 1914 auf verschiedenen Seiten der Front standen.

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges schied Laibach aus der Donaumonarchie der Habsburger aus und wurde unter dem Namen Ljubljana 1918 zu einem Teil des neu gegründeten Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. Im schlesischen Ratibor, das zum Deutschen Reich gehörte, fand 1921 eine Volksabstimmung statt, bei der die Mehrheit der Bevölkerung für einen Verbleib im Deutschen Reich votierte. Damit wurden Gebietsansprüche Polens zwar abgewiesen, aber die Stadt geriet in eine Grenzlage zwischen Polen und der Tschechoslowakei.

Aus Villneuve d’Ascq war die deutsche Besatzung bereits im März 1918 abgezogen und das politische und gesellschaftliche Leben kam allmählich wieder in Gang. Für Bracknell änderte sich durch das Ende des Krieges wohl am wenigsten, denn es lag weit ab vom Kriegsgeschehen.

Das galt zwar auch für Jülich, Schwedt und Leverkusen. Doch als Garnisonsstädte wurden sie zu Standorten, in die nun Besatzungstruppen einzogen, die in Leverkusen bis 1926, in Jülich bis 1929 dort stationiert blieben. Britische, französische und belgische Soldaten gehörten fortan ebenso zum Stadtbild, wie die Kasernen, in denen sie untergebracht waren, und die Unterkünfte, die für sie errichtet wurden. – Der Krieg war 1918 noch lange nicht zu Ende.

Der Krieg hatte das Leben in der Heimat erheblichen Veränderungen unterworfen. Nun galt es wieder nach vorne zu blicken: Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur mussten neu organisiert werden. Angesichts politischer Unruhen und allgemeiner Desorientierung, die vor allem durch den Sturz der Monarchien in Deutschland und Österreich ausgelöst worden waren, eine schwere Aufgabe. Eine Herausforderung, die sich in Bracknell ganz anders darstellte als in Ljubljana, für welches das Kriegsende einem Neuanfang gleichkam. Ein Neubeginn musste allerdings nach der deutschen Besatzung auch in Villneuve d’Ascq stattfinden und in Ratibor, das sich 1921 in einer neuen Lage befand. Und vom Leben im Krieg mussten sich auch die Menschen in Jülich, Schwedt und Leverkusen auf ein Leben nach dem Krieg umstellen.

Das Kriegsende erforderte einen Neuanfang. Die Euphorie, die zu Beginn des Krieges auf deutscher Seite geherrscht hatte, war vielerorts der Ungewissheit gewichen. Wie sollte es weitergehen?

Diese Frage stellte sich in allen europäischen Heimaten. Aber alle standen sie vor unterschiedlichen Herausforderungen. Deshalb haben die Menschen das Kriegsende ganz unterschiedlich empfunden, in Leverkusen …